Akzeptieren, was ist

Du weisst, dass du den Kopf in den Sand steckst und alles tust, um nicht sehen zu müssen. Die Probleme in deinem Leben stapeln sich, aber du machst weiter, so, als wäre alles schön. Das redest du dir auch ein, weil die Alternative undenkbar und vor allem unfühlbar ist.

Mit dem Schmerz willst du nichts zu tun. Haben. Den lagerst du aus, so lange bis die Umstände dich zwingen, hinzusehen. Nichts geht  weg, es verlagert sich einfach. Wir haben lediglich die Wahl, wie wir zahlen wollen – totaler Zusammenbruch und Fühlen oder bewusst Fühlen, und ja das tut weh, aber nicht so sehr wie wir uns das ausmalen, und dann neu ausrichten.

Ich hab mich meist für Version eins entschieden. Die zweite Version läuft viel viel weicher und auch bewusster ab, aber wenn die Angst halt größer ist…

Fakt ist, dass wir in der Regel um die Aussichtslosigkeit des Wegrennens wissen – tief in uns drin. Und trotzdem machen wir es immer wieder.

Ich hab erst in den letzten Jahren eine andere Möglichkeit kennengelernt mit persönlichen Krisen umzugehen.

Akzeptieren, was ist. Ja, ich bin gerade ängstlich und feige.

                                        Ja, ich weiss nicht mehr weiter.

                                        Ja, ich hab mich selbst genau dahin manövriert.

Alles und ich meine wirklich ALLES darf sein. Ich hab immer die Wahl, wie ich mich entscheide. Und ich darf schwach sein und auch böse. 

Erst wenn es mir gelingt zu mir selbst zu sagen „Ist schon ok, so. Momentan geht’s halt nicht anders.“ , dann werde ich plötzlich ruhig und beginne mich zu entspannen.

Mein Problem wird davon nicht kleiner, aber wenn ich meine Zeit nicht mehr mit Wegrennen, Verhindern und Verstecken, verbringe, habe ich wieder Raum für mich. Meine Kraft kehrt zurück. Dieses ganze Verhindern bindet ja eine Menge Energie. 

Der Neben- oder eigentlich Haupteffekt ist, ich komme im Hier und Jetzt an. Ich bin – Punkt. Ich lasse mich ein, und ich lasse los von meinen Vorstellungen und Erwartungen, wie etwas zu laufen hat. Ich mache mich frei. Und ich finde neue Lösungen, oder eher die Lösungen finden mich. 

Dieses fast manische „Machen und Dirigieren Wollen“  hat ja nur den Sinn, mir die Illusion von Kontrolle zu geben. Es ist aufwendig und ermüdend. Und es ist und bleibt eine Illusion.