Familienfeste sind „grenzenlos“ und deswegen so schmerzhaft

Im Studium, also vor ca. 25 Jahren, sind viele meiner Kommilitonen an Weihnachten nicht gerne nach Hause gefahren, weil sie wussten , dass es Zoff gibt. Statt Harmonie mehrere Tage Streit und Spannung. Freiwillig tut man sich das nicht an, wenn es einen Weg drumrum gibt.

Ich bin in einem Haushalt gross geworden, in dem immer alle unter Strom waren – da fiel die zusätzliche „Weihnachtsspannung“ kaum ins Gewicht. Erst viel später ist mir bewusst geworden, was da eigentlich läuft. Und noch mal später bin ich mir über meinen Anteil daran klar geworden. Wir könnten ja einfach aussteigen und das Spielfeld verlassen. Das machen wir aber nicht, weil wir Angst haben, verstossen zu werden.

Ich glaube, wir sind alle so hirngewaschen, das besonders an Weihnachten alles heil sein soll, dass wir bereit sind uns selbst zu vergessen und für den Familienfrieden mit unserem Wohlbefinden zahlen.

Also schlucken wir, köcheln auf kleiner Flamme und versauen uns wissentlich den Tag bzw. die Tage.

Die Ursache für die unglaublichen Spannungen sind immer die Gleichen – nicht kommunizierte Grenzen. Was bin ich bereit zu tun und was nicht. Leider wird uns das in der Klarheit gar nicht bewusst. Wir wissen nur, wenn wir das sagen, ist Mutti eingeschnappt oder das tun, dann spricht Vati nicht mehr mit uns… Die Liste liesse sich beliebig lang fortsetzen. Die Bedürfnisse der Anderen zu beachten und über unsere eigenen zu stellen, gleicht einem unfairen Hürdenrennen. Dafür gibt es ein Wort – MANIPULATION.

Und meist weiss auch jeder in der Familie genau, welcher Knopf gedrückt werden muss, um das erwünschte Resultat zu erzielen.

Es gibt ein simples Antidot – Klarheit. Sobald ich klar sage, was ich brauche, um mich wohl zu fühlen oder was ich bereit bin beizutragen, klären sich die Fronten in Sekundenschnelle. Da sind nicht alle happy. Aber dir gehts bedeutend besser, wenn es dir das traust und für dich einstehst.

Versprochen!